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Berlin – das war in den 90er Jahren vor allem Industriebrachen, dunkle Keller, Techno-Kultur und das Leben nach dem Motto „Arm, aber sexy“. Irgendwann dann, um die Jahrtausendwende wurde Berlin hip und zog mit seinem Lifestyle und den kulturellen Freiräumen vor allem junge, kreative Menschen aus der ganzen Welt an. Viele machten sich damals auf dem Weg, um die neue Heimat zu erkunden und förderten Erstaunliches zu Tage: die deutsche Hauptstadt an der Spree war voll von interessanten Bildmotiven und damit ein wahres Paradies für Fotografen. Unter Dutzenden anderen sind das hier einige Favoriten zusammengestellt vom Berliner Fotografen Jens Rusch:

Der Berliner Fernsehturm

Noch mehr, als das Brandenburger Tor ist der Berliner Fernsehturm das Wahrzeichen des neuen Berlins geworden. Durch das Fehlen einer spektakulären Skyline ragt dieser TV-Tower mit der charakteristischen Kugel weit über die übrigen Gebäude der Hauptstadt hinaus. Dabei ist er gleich in zweifacher Hinsicht ein perfekter Ort zum Fotografieren.

Zum einen hat man von keinem Punkt eine so gute Übersicht, wie von der 203 Meter hoch gelegenen Turmkugel. Von dem sich darin befindlichen, Drehrestaurant bietet sich ein atemberaubender 360 Grad-Blick über die Stadt an der Spree.

Doch der Fernsehturm selbst ist natürlich ebenfalls ein außergewöhnliches Motiv. Und von wo lässt er sich am besten fotografieren? Am besten versucht man es von der Aussichtsplattform in der 37. Etage des Park Inn Hotels. Dieses Gebäude ist selbst 125 Meter hoch und damit das fünfthöchste Gebäude in Berlin und bietet einen unverstellten Blick auf den Fernsehturm.

Auch wenn es nicht gerade das individuellste Motiv überhaupt ist: Der „Alex“ gehört definitiv zu den besten Locations für Fotografen in Berlin.

Der Teufelsberg

Viele Orte in Berlin sind mit dem Zusatz „berg“ versehen, was allerdings bezüglich der wahren Höhe irreführend ist. So ist es auch beim Teufelsberg, bei dem lediglich 120 Höhenmeter zu erklimmen sind. Die wahre Attraktion stellt dort eine Abhörstation aus dem kalten Krieg dar, die mittlerweile verlassen und verfallen ist. Den Weg dahin versperrt ein Zaun, der mittlerweile allerdings so viele Löcher aufweist, dass er kein wirkliches Hindernis mehr darstellt. Wem das allerdings zu abenteuerlich ist, der kann sich auch einer offiziellen Tour anschließen. Die Gebäude auf dem Teufelsberg haben in der Vergangenheit viel erlebt und sind auch aufgrund von zahlreichen – oft illegalen – künstlerischen Aktivitäten ein perfektes Fotomotiv.

Der verlassene Spreepark Plänterwald

Dieser Freizeitpark war einstmals der größte und attraktivste seiner Art in der untergegangenen DDR. Die Wende überlebte dieser „Rummelplatz“ nur kurz und befindet sich nach mehreren Pleiten ihrer wechselnden Eigentümer in einem Dornröschenschlaf. Zwischen Riesenrad, Geisterbahn, abgestellten Vergnügungsgefährten und der einstmals einzigen Achterbahn Ostdeutschlands wuchern Pflanzen und geben dem Park die Atmosphäre eines verwunschenen Ortes. Mittlerweile ist das Gelände allerdings versteigert worden und deshalb nicht mehr ohne weiteres zugänglich.

Mit ein bisschen Fantasie und Abenteuerlust lässt sich der Spreepark dennoch entern und belohnt den Fotografen mit unverwechselbaren Motiven.

Beelitzer Heilstätten

Was in Berlin immer wieder gern fotografiert wird, sind sogenannte „Rotten Places“, Ort also, die verlassen und verfallen sind und in denen es scheint, dass jemand die Zeit angehalten hat. Ein absolutes Muss in dieser Hinsicht sind die Beelitzer Heilstätten, die einstmals das größte Sanatorium und Klinikum für Lungenkrankheiten im Raum Berlin gewesen sind.

Zwar laufen auf dem gigantischen Areal seit 2016 Umbauarbeiten und werden Atelier- und Mietwohnungen fertiggestellt, aber ein Großteil der Kranken- und Herrenhäuser, der Heizwerke und Gemeinschaftssäle sind nach wie vor im Stadium des fortgeschrittenen Verfalls. Fotografen sollten sich die Chance auf unverwechselbare Motive nicht entgehen lassen, da diese in ein paar Jahren wohl nicht mehr existieren werden.

Ein Regionalbahn fährt vom Bahnhof Wannsee im Südwesten Berlins stündlich Richtung Beelitz und hält direkt am Bahnhof Beelitz Heilstätten.

Der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee

Diese Friedhof wurde 1880 für die jüdische Gemeinde von Berlin gebaut, hat beide Weltkriege fast unbeschadet überstanden und ist mittlerweile so etwas, wie ein grüner Dschungel. Typisch jüdische Grabsteine sind von Pflanzen überwachsen, Bäume haben sich ihren Weg durch die unmöglichsten Stellen gebahnt und die Licht-Schatten-Spiele geben der Ruhestätte ein märchenhaftes Flair. Ausladende Alleen wechseln sich ab mit grünem Dickicht und bieten so großartige Fotoperspektiven. Da, der Friedhof allerdings nach wie vor betrieben wird, sollte man auf angemessene Bekleidung achten. Eine typisch jüdische Kopfbedeckung, die Kippa kann vor Ort ausgeliehen werden.

Street Art in Friedrichshain, Kiezkultur in Kreuzberg und perfekte Aussicht von der Oberbaumbrücke

Weltweit bekannt, sind Berliner Street Art und Graffitis, die nirgends so zahlreich zu sehen sind, wie im Ostberliner Stadtteil Friedrichshain. Dabei ist die Gegend um den Boxhagener Platz so etwas, wie das Herz dieses Szenebezirks. Einen besonderen Höhepunkt stellt hier das Kino „Intimes“ dar, in dem man auf Nachfrage ebenfalls fotografieren darf.

Ebenfalls gern fotografiert, werden die berühmten Innenhöfe der Hauptstadt. Und die sind nirgends so schön, wie im benachbarten Kreuzberg. Hier herrscht ein multikulturelles Treiben, was auch die hier lebenden Menschen zu tollen Fotomotiven macht.

Die Verbindung zwischen Friedrichshain und Kreuzberg stellt die Oberbaumbrücke über die Spree dar. Von diesem roten Klinkerbau aus hat man die wohl beste Sicht auf Berlin aus der Bodenperspektive. Molecule Man, Fernsehturm, Media Spree und der namensgebende Fluß verbinden sich zu einem fast schon perfekten Postkartenmotiv.

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